Burg Rheinstein und ich, das war kein ganz neues Thema. Ich durfte dort ja schon einmal eine standesamtliche Hochzeit auf Burg Rheinstein begleiten. Und trotzdem ist so eine Burg immer wieder etwas Besonderes. Alleine schon, weil man nicht einfach vorfährt, aussteigt und loslegt. Erst einmal muss man hoch. Und wenn man mit Kameraausrüstung unterwegs ist, merkt man sehr schnell, dass Romantik manchmal auch ein bisschen Kondition bedeutet ;-)
Diesmal war es eine kurze Begleitung: Getting Ready, Trauung im Freien und anschließend noch Paarbilder. Also kein ganzer Hochzeitstag, aber genau genug Zeit, um die Stimmung und diese besondere Location mitzunehmen.
Die Beiden kannte ich nicht erst seit diesem Tag. Vorher gab es schon ein Probeshooting in Bremen. Das ist für mich immer eine gute Basis, weil man am Hochzeitstag nicht mehr komplett neu miteinander startet. Man weiß schon ein bisschen, wie der andere tickt, und die ersten Minuten vor der Kamera fühlen sich nicht mehr ganz so fremd an.
Los ging es mit dem Getting Ready. Das war ruhig, entspannt und passte gut zu diesem Tag. Keine große Hektik, kein überladenes Programm, sondern eher dieses konzentrierte Fertigmachen, bevor es gleich ernst wird. Ich mag diese Momente, weil sie oft sehr viel über den Tag erzählen, ohne dass schon viel passiert ist.
Die Trauung fand draußen auf der Burg statt. Und da muss man Burg Rheinstein wirklich lassen: Die Kulisse macht viel von alleine. Rheinblick, alte Mauern, kleine Wege, Innenhöfe und überall Ecken, die sich nicht wie eine normale Hochzeitslocation anfühlen. Auf der offiziellen Seite wird beschrieben, dass man beim Burgrundgang unter anderem Schloßkapelle, Rittersaal und den höchsten Turm erleben kann. Genau das merkt man auch fotografisch: Es ist keine glatte Eventfläche, sondern ein Ort mit Geschichte und vielen kleinen Eigenheiten.
Nach der Trauung blieb noch Zeit für Paarbilder. Und gerade bei kurzen Begleitungen ist das immer eine kleine Herausforderung. Man möchte nicht hetzen, aber man kann eben auch nicht endlos ausprobieren. Zum Glück bietet Burg Rheinstein auf engem Raum viele Möglichkeiten. Ein paar Schritte reichen und man hat wieder eine andere Perspektive: mal Rhein, mal Steinmauer, mal Treppe, mal Tür, mal diese Mischung aus Burg und Landschaft.
Natürlich hat so eine Location auch ihre kleinen Tücken. Wer mit mir schon einmal an einer Burg fotografiert hat, weiß: Ich bin für schöne Bilder viel bereit, aber an Abgründen werde ich trotzdem nicht automatisch mutiger. Burg Rheinstein ist da keine Ausnahme. Die Aussicht ist großartig, nur manchmal steht man als Fotograf da und denkt: Ja, das Bild wäre noch zehn Zentimeter weiter links bestimmt besser. Aber vielleicht bleiben wir heute einfach alle am Leben.
Am Ende war es genau die Art von kurzer Begleitung, die gut funktioniert, wenn Ort, Paar und Ablauf zusammenpassen. Nicht zu viel Programm, keine unnötige Eile, aber genug Zeit für die wichtigen Bilder. Und Burg Rheinstein hat wieder gezeigt, warum solche Orte für Hochzeiten fotografisch einfach dankbar sind: Man bekommt nicht nur schöne Bilder, sondern immer auch ein bisschen Geschichte und Rheinromantik dazu.